Aus der Main-Taunus-Schachvereinigung
Die seit 1925 bestehende MTS stellt mit 20 Vereinen und nahezu 600 aktiven Mitgliedern einen der rührigsten Schachbezirke Deutschlands dar. Die Nachkriegsjahre rundeten dieses erfreuliche Bild mit einer verheißungsvollen Erweiterung des Interessentenkreises ab. Die markantesten Daten der letzten Monate seien hier kurz zusammengefaßt:
Bezirksmeister 1949: Dr. Thomae (Höchst), zugleich dritter Preisträger des Hessenmeisterschaftsturniers in Bad Wildungen.
Jugendmeister: Dambmann (Höchst).
Siebentes Pokalturnier Kelkheim; Sieger: Weitzel (Rüsselsheim).
Blitzturnier anläßlich der 25jährigen Jubiläums des Schachklubs Unterliederbach; Sieger: Hessenmeister Jäger (Frankfurt).
Das traditionelle „Heinrich-Finger-Gedächtnisturnier“ (dem Andenken des verdienstvollen Flörsheimer Schachpioniers gewidmet) gewann Obermain gegen Untermain 31:27.
Dem Schachklub Höchst gelang in der Vorschlußrunde zur Hessischen Mannschafts
meisterschaft gegen den Sieger Darmstadt-Eberstadt ein ehrenvolles Unentschieden 4:4.
Südwestdeutsche Problemmeisterschaft: 1. Preis Jensch (Höchst).
Peinliche Überraschung!
In der folgenden Partie aus dem Kelkheimer Pokalturnier leidet das weiße Spiel (Schildgen, Rüsselsheim) an einer ungenauen Behandlung des Mittelspiels. Die Schwäche des Punktes d5 gibt dem 2. Preisträger (Heinicke, Griesheim) Gelegenheit, eine raffinierte taktische Falle anzubringen.
Vor 450 Jahren
Das nachstehende Rätsel aus dem Jahre 1497 (Lucena) ist eine der ältesten überlieferten Schachkompositionen.
Briefkasten
W. P. (Höchst): Auf Ihre Anfrage antworten wir: Die Schachecke erscheint an jedem Samstag. Originalbeiträge und Lösungsmitarbeit sind herzlich willkommen.

Quelle: Höchster Kreisblatt, 24.09.1949