Die NEUE ZEITUNG brachte dieser Tage eine Meldung vom Ausgang des dritten internationalen Schachturniers in Venedig. Danach sollte der ungarische Schachmeister Laszlo Szabo mit seinem ersten Preis – 11½ Punkte (200 000 Lire) vor dem französischen Meister Nicola Rosselimo 10½ Punkte – gleichzeitig die Schachweltmeisterschaft 1949 errungen haben. Unsere Wissens nach kann es sich nur um ein Turnier zur Ermittlung eines Anwärters auf die Weltmeisterschaft handeln. In dem er-wähnten Bericht war weder von Botvinnik, dem derzeitigen russischen Schachweltmeister noch von anderen Spitzenspielern der Weltklasse die Rede. Jod, der Sieger von venedig, ist einer der erfolgreichsten Turnierspieler der letzten Jahre. Man kann damit rechnen, daß Szabo in kommenden Weltmeisterschaftsauseinandersetzungen ein ernstes Wort mitzurden hat.

Das folgende Problem-Schema des Nowotny (1854) zeigt auf einfache Weise eine sogenannte „Schwarze Schnittpunktkombination“:

Mit dem Opferzug 1.Lf4 werden die mattbedrohten Felder f2 und g3 von den Bewachern auf b8 und f8 abgesperrt. Jede der beiden schwarzen Figuren, die nun auf dem „kritischen“ Feld f4 den weißen Läufer schlagen, versperrt eine der schwarzen Schlußlinien, worauf der Se4 auf f2 oder g3 matt setzen kann.

Das große Kunststück, diesen „Nowotny-Schnittpunkt“ opferlos darzustellen, gelang den deutschen Altmeistern J. Kohtz und C. Kockelkorn (1911) in ihrem berühmten Problem „Eine Schwalbe“.

Nach dem Schlüsselzug 1.Df7! (droht 2.Sd3+ nebst 3.Db3 matt) Ld5! 2.Da7! Ta4 ist die entscheidende Stellung erreicht. Wir verraten noch die mattbedrohten Felder h4 und h1, den kritischen Punkt e4 und wünschen unseren Lesern viel vergnügen bei der Auffindung des dritten und vierten Zuges!

Lösung der Aufgabe von O. VOTRUBA aus Nr. 2

1.Dd2! (droht 2.Te4+ nebst 3.Df4 matt). 1…Sxd2 2.Tc5+ nebst Läufermatt 1…Sd6 2.Dd4+ Sxd4 3.Tc5 matt. 1…Tb4 2.Lf4+ Kxf5 3.Dd7 matt. Jede Lösungsvariante zeigt ein reines Matt!

Die Main-Taunus-Schachvereinigung meldet folgende Verbandsspielergebnisse:

Kelkheim I – Sindingen II 5:3,

Eppstein I – Sindingen II 5:3,

Unterliederbach I – Höchst II 5:3,

Unterliederbach II – Höchst III 4½:3½.

Der Schachklub 1910 Höchst hat am kommenden Sonntag den Schachklub Bauer Wiesbaden zum fälligen Landesligaspiel zu Gast. Die Ergebnisse der früheren Kämpfe (4:4 und 5:3 für Höchst) lassen spannende und hartnäckige Partien erwarten. Die Höchster Mannschaft wird bis auf den erkrankten Jürgens vollständig sein. Das Spiel findet ab 14.30 Uhr im Vereinshaus, Leunastraße, statt.